Energieverbrauch wächst rasant


Insgesamt ist der Energiemarkt durch einen weltweit steigenden Energieverbrauch gekennzeichnet. Nach unterschiedlichen Schätzungen wird der globale Energiebedarf im Zeitraum bis 2020 um etwa 30 bis 50% zunehmen. Verantwortlich für diesen Anstieg sind unter anderem die wirtschaftliche Entwicklung heutiger Entwicklungs- und Schwellenländer.

 

Die sich daraus ergebende Erhöhung der Nachfrage, die begrenzten Ressourcen an fossilen Brennstoffen sowie Risiken aufgrund der politisch und ökonomisch instabilen Konstellationen in Ländern, die über Ressourcen verfügen, werden auch weiterhin zu steigenden Energie- und auch Kraftstoffpreisen führen. Vor diesem Hintergrund hat das Interesse an Biokraftstoffen in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Weltweit steigt die Produktion und Verwendung. Zugleich erfolgt in immer mehr Ländern eine Förderung von Biokraftstoffen.

 

 

Anlagechance bei den alternativen Energien: Biokraftstoffe

 

In dieser Ausgabe des Privatfinanz-Letter widme ich mich daher genau dieser Anlageklasse, in der es ganz aktuell einige aussichtsreiche Aktien oder auch Rohstoffe gibt, die sich als Depotbeimischung und so zur Risikostreuung hervorragend eignen.

 

Doch bevor wir uns eingehend mit den Empfehlungen beschäftigen, ist es zunächst einmal wichtig, einen Überblick über diesen großen Sektor zu geben. Eigentlich erhalten die alternativen Energien schon seit geraumer Zeit eine besondere Aufmerksamkeit von der Öffentlichkeit. Doch bislang hat sich speziell in Deutschland das Interesse fast vollständig auf die Solar- und Windenergie konzentriert.

 

Doch bei diesen alternativen Energien geht es um die Stromerzeugung. Der größte Energieverbraucher ist jedoch das Auto. Und hier werden die Ressourcen an Öl einfach in die Luft gepustet. Aktuell verbrennen die rund 800 Millionen Kraftfahrzeuge auf der Welt täglich gut zehn Mio. Tonnen Öl. Das ist rund die Hälfte der Weltproduktion.

 

 

Umweltschutz wird auch in China immer wichtiger

 

Daran sehen Sie, dass der Öl-Durst in der Zukunft noch größer werden wird. Denn die fortschreitende Mobilisierung wird auch die aufstrebenden Staaten Asiens immer weiter erfassen. Neben dem riesigen Bedarf an Öl und Benzin spielt bei dem schier grenzenlosen Wachstum aber noch ein weitere Faktor mit hinein: die Umwelt.

 

Sollte die Pkw-Dichte in China den Wert der westlichen Welt erreichen, dann würde das Riesenland in seinen eigenen Abgasen ersticken. Schon heute gibt es immer größere Probleme mit der Luftverschmutzung in den schnell wachsenden chinesischen Metropolen. Und China ist da nur ein Beispiel von vielen.

 

Auf dieser Basis breitet sich auch ein Verständnis für saubere Motoren aus. Denn so können wir, um ein oft zitiertes Bild zu benutzen, zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Mit alternativen Treibstoffen kann somit die Abhängigkeit vom Öl reduziert und gleichzeitig etwas gegen die Luftverschmutzung unternommen werden. Sollte dies gelingen, kann man getrost von einem Siegeszug der alternativen Energien sprechen.




Ethanol schon seit Jahrzehnten im Einsatz


Was an dieser Stelle noch sehr theoretisch klingt, ist schon in vielen Staaten der Erde umgesetzt worden. So gehört Brasilien bereits seit Jahrzehnten zu den Vorreitern der Ethanolerzeugung. Im Land am Zuckerhut fahren die Autos zu einem großen Teil mit Ethanol, der aus Zucker(!) gewonnen wurde. Aus Mangel an Erdölvorräten hat sich Brasilien schon kurz nach dem 2. Weltkrieg dazu entschieden, die Forschung rund um die Ethanolerzeugung zu intensivieren.

 

Denn dieser Treibstoff verfügt schon über eine lange Geschichte. So hat schon Henry Ford, einer der Pioniere der etablierten Automobilindustrie, auf die Vorzüge von alternativem Treibstoff hingewiesen: „Der Treibstoff der Zukunft kommt aus den Sträuchern, vom Straßenrand oder aus Äpfeln, Unkraut, Sägemehl – also aus praktisch allem.“

 

Schon jetzt ist die Ethanol-Technologie in Brasilien weit verbreitet: Immerhin 40% aller Fahrzeuge dort verfügen über so genannte Flex-Fuel-Motoren. Diese speziellen Motoren können mit einer Mischung aus 85% Benzin und 15% Ethanol betrieben werden. Und ein weiterer positiver Effekt: der Umbau herkömmlicher Motoren kostet nur einige hundert Euro.

 

 

Noch ein Vorreiter in Sachen alternative Energie: Schweden

 

Doch um ein Land zu finden, dass auf Ethanol setzt, muss der Blick gar nicht so weit weg gehen. Schweden gehört in Europa zu den Vorreitern des Einsatzes von Ethanol. Selbst in Deutschland schreitet der Einsatz von alternativen Treibstoffen im Straßenverkehr deutlich voran. So lag der Anteil von Treibstoff aus erneuerbaren Energieträgern im Jahr 2000 erst bei 0,4%. Laut Angaben des Bundesumweltministeriums lag der Anteil 2005 aber schon bei fast 3,6%.