Die 30 Milliarden Dollar Spende von Warren Buffett


Mit der Warren Buffett-Spende von gut 30 Mrd. USD verdoppelt die Bill & Melinda Gates Foundation ihr Budget auf rund 60 Mrd. USD. Rechnet man das auf eine volkswirtschaftliche Kennzahl herunter wird die Höhe dieser Summe erst deutlich: Denn das entspricht mehr als der jährlichen Wirtschaftsleistung Kuwaits.

 

Die Spende an die Foundation erfolgt nur knapp eine Woche nach der Ankündigung von Bill Gates, sich aus dem Tagesgeschäft von Microsoft zurückziehen zu wollen, um sich stärker seiner Stiftung widmen zu können. Die wurde von Bill Gates und seiner Frau Melinda ins Leben gerufen. Hauptaufgabe ist die Krankheitsbekämpfung in der Dritten Welt. Durch die Mittel von Bill Gates war es schon bislang die größte Stiftung der Welt, nun kann die private Entwicklungshilfe mit dem Geld von Warren Buffet in eine neue Dimension geführt werden.

 

Wie groß die finanziellen Mittel dieser Stiftung sind, macht ein Vergleich deutlich: Die bekannte UN-Organisation Unesco die in der Förderung von Wissenschaft, Bildung und Kultur tätig ist, verfügt über ein jährliches Budget von 600 Mio. USD. Schon jetzt hat die Gates Stiftung jährlich Zahlungen von 1,3 Mrd. USD geleistet, die nun noch einmal gesteigert werden sollen.

 

Dabei soll das Geld noch stärker in Impfungen, Medikamente, medizinische Versorgung und die gesundheitliche Aufklärung fließen. Neben den 30 Mrd. USD an diese Stiftung spendet Warren Buffett noch weitere Aktien seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway im Wert von gut 6 Mrd. USD an Stiftungen, die im Namen seiner verstorbenen Frau und seiner Kinder aktiv sind. Somit ergibt sich ein Gesamtvolumen von rund 37 Mrd. USD, was diese Spende zur größten Einzelspende der Weltgeschichte macht.

 

 

Warren Buffett setzt Tradition fort


Er setzt aber mit dieser Spende die Reihe des großzügigen Mäzenatentums in den Vereinigten Staaten fort. Dazu gehören so große Namen wie Andrew Carnegie, der den meisten Europäern vor allem noch als Namensgeber durch die berühmte Carnegie-Hall in New York bekannt sein dürfte. Doch dieser Stahlbaron des
19. Jahrhunderts hat der amerikanischen Gesellschaft viel mehr hinterlassen: So ermöglichte er zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch die damals unglaubliche Summe von 56 Mio. USD den Bau von mehr als 2.000 öffentlichen Bibliotheken, um so breiten Bevölkerungsschichten den Zugang zu Bildung zu ermöglichen.

 

Dabei spendet Warren Buffett nun aber kein Bargeld, sondern Aktien seines Unternehmens. Damit hängt der Wert der Spende letztlich vom Aktienkurs ab. Was ebenfalls für die Weitsicht Buffetts spricht, sind zwei Vorbehalte bei der Spende: Zum einen fließen jeder Stiftung jährlich „nur“ rund 1,5 Mrd. USD zu, damit die Organisation nicht zu schnell zu groß wird. Ferner hat Buffett die Zuteilung an die Bedingung geknüpft, dass Melinda oder Bill Gates die Stiftung selbst führen.

 

Mit dieser großzugigen Geste bleibt sich Warren Buffett treu, der trotz des enormen Reichtums, mit einem Privatvermögen von mehr als 40 Mrd. USD, immer ein bescheidenes Leben geführt hat. Dafür spricht auch seine Heimatverbundenheit. Er lebt seit jeher in Omaha, der Stadt im US-Bundestsaat Nebraska im Mittleren Westen der USA.

 

Bei meinem ersten Besuch dort hatte ich die Gelegenheit, kurz nach einer Pressekonferenz mit Warren Buffett zu sprechen. Damals blitzte bei ihm der besondere Humor auf, für den er so bekannt ist. Auf dem Weg zum Hotel hatte mir der Taxifahrer aufgetragen, dass ich Mr. Buffett, falls ich ihn denn sprechen würde an dem Wochenende, auf jeden Fall grüßen und persönlich für die vielen Gäste in Omaha danken sollte. Denn ansonsten ist der Job der Taxifahrers in dieser Stadt nicht sehr lohnend, da fast jeder Bürger ein eigenes Auto besitzt.



Buffett und sein ganz spezieller Humor


Warren Buffett freute sich über die Grüße und gab mit einem verschmitzten Lächeln zurück, dass er dafür sorgen will, dass der Taxifahrer sich noch viele Jahre über die Gäste freuen kann. Nun, das ist gut zwei Jahre her und in ein paar Wochen feiert Warren Buffet seinen 76. Geburtstag. Da gab es im Vorfeld der diesjährigen Hauptversammlung einige Gerüchte, dass er todkrank sei.

 

Neue Nahrung erhielten die Gerüchte auch durch die Nachricht, dass er seine Nachfolge in der Unternehmensführung von Berkshire Hathaway geregelt habe. Doch all diesen Gerüchten trat Buffet eben mit der ihm eigenen Portion Humor entgegen: „Ich fühle mich prächtig, und wenn es so weitergeht, ist Methusalems Altersrekord in Gefahr.“

 

Ich hoffe, dass uns Warren Buffett als Mensch und auch als Investor noch lange Zeit erhalten bleibt. Denn man kann so oder so eine Menge von ihm lernen. Und davon werde ich Ihnen in weiteren Teilen der Serie „Weisheiten des Warren Buffett“ sicherlich schon bald wieder etwas erzählen können.