Rückblick: 2006 war ein goldenes Jahr

 

Beim Blick auf die Entwicklung der Rohstoffe im Jahr 2006 hat Gold eine besondere Rolle gespielt: Mit einem Preis von nahezu 730 USD pro Feinunze erreichte der Goldpreis im Juni das höchste Niveau seit 1980. Direkt danach kam es zu einem heftigen Absturz und der Goldpreis fing sich erst wieder im Bereich von 570 USD. Von da aus hat er mittlerweile die 600 USD-Marke wieder deutlich überschritten. Erst spät nahm der Preis wieder Kurs auf die charttechnisch wichtige Marke bei 640 USD. Viele Marktexperten hielten es für möglich, dass die 730 USD-Marke fällt.

 

 

Gold - die weltweite Ersatzwährung

 

Zunächst noch ein paar allgemeine Anmerkungen: Gold gehört zu den wenigen Rohstoffen, die auch in der Vergangenheit schon von Privatinvestoren gekauft wurden. Dabei hat das Gold auch auf anderer Ebene eine wichtige Bedeutung: Denn lange Zeit fungierte das Edelmetall als Ersatzwährung und noch heute gehören die nationalen Notenbanken rund um den Globus zu den größten Besitzern von Gold. Sie konnten beispielsweise über den Kauf von Goldbarren an steigenden Notierungen partizipieren. Eine Alternative war der Kauf von Anlegermünzen, wie etwa dem „Golden Eagle“, dem „Krügerrand“ oder auch dem Schweizer „Vreneli“. Allerdings brachte der Kauf von physischem Gold immer Probleme mit sich.

 

So fielen zunächst hohe Kaufspesen an. Die Differenzen zwischen An- und Verkaufskursen der Banken betragen mitunter bis zu 10%. Hinzu kam in der Vergangenheit die komplizierte Verwahrung und der Schutz vor Diebstahl. Heute können Anleger wesentlich bequemer in die Feinunze Gold investieren. Sie stoßen inzwischen auf eine Vielzahl an Investmentzertifikaten und Hebelpapieren. Als Basiswert dient der Preis der Feinunze an einer Metall- oder Terminbörse. Goldbarren werden beispielsweise in London gehandelt. Weitere wichtige Goldbörsen sind die New York Mercantile Exchange (NYMEX), das Chicago Board of Trade (CBOT) sowie einige asiatische Terminbörsen.

 

 

Peru und China steigern Goldfördermengen

 

Langfristig spricht vieles für steigende Goldnotierungen. Die Nachfrage übersteigt Jahr für Jahr die Minenproduktion. So betrug die weltweite Minenproduktion 2005 knapp 2.500 Tonnen. Dabei nimmt Südafrika mit einem Anteil von rund 14% den größten Anteil ein. Direkt danach folgen die USA und Australien mit einem Weltmarktanteil an der Goldproduktion von jeweils 11%. Doch es gibt auch aufstrebende neue Länder auf den vorderen Plätzen: dazu gehören Peru und China. So konnte Peru die Fördermenge im Vergleich zum Jahr 2000 um mehr als 30% steigern.

 

Auf der anderen Seite ging es in Südafrika mit der Fördermenge um rund 20% nach unten. Zudem wird die Förderung immer teurer, weil das glänzende Metall immer tiefer aus der Erde geholt werden muss. Wichtige Förderländer sind Südafrika, die USA, Australien und China. Die Differenz zwischen Förderung und Nachfrage wird durch das Recycling von Gold und durch Notenbankverkäufe gedeckt. Dies ist seit Ende der 1990er Jahre ein wichtiger Bestandteil des Goldmarktes geworden. Der größte Nachfrager ist die Schmuckindustrie, die etwa drei Viertel der jährlichen Produktion von 3.600 Tonnen verschlingt. Andere wichtige Einsatzgebiete sind die Elektroindustrie und die Zahnmedizin.

 

 

Was bewegt den Goldpreis?

 

Derzeit wächst die Inflationsangst. Genau in einer solchen Phase entdecken viele Anleger Gold als Inflationsschutz für sich. Das gelbe Metall dient somit als Absicherung gegen den Kaufkraftverlust der Papierwährung. Die Folge: Die Nachfrage nach physischem Gold zieht an. Genau das ist aktuell auch in Deutschland zu sehen, wo vermehrt physisches Gold in Form von Barren oder Münzen nachgefragt wird.

Gold wirkt zusätzlich als Leitmetall. Geht es beim Gold aufwärts, hängen sich zumeist die anderen Metalle, allen voran Silber, an den Trend. Einer der wichtigsten Faktoren ist ohne Frage der US-Dollar. So hat sich in der Vergangenheit herausgestellt, dass sich Goldpreis und US-Dollar fast gegenläufig entwickeln.