
Industriemetall Kupfer - Herkunft und Nutzen
Reines Kupfer ist hart, hellrot und ein gut schmiedbares Schwermetall. Auf Grund seiner Beschaffenheit lässt es sich zu hauchdünnen Folien und Draht formen. Die elektrische Leitfähigkeit und Wärmeleitfähigkeit wird nur noch von Silber übertroffen. Zusätzlich ist Kupfer biostatisch, so dass sich Bakterien nicht auf der Oberfläche vermehren können. Insgesamt ist Kupfer sehr haltbar und kann ohne Qualitätsverlust durch Recycling wieder gewonnen werden.
Wegen seiner guten elektrischen Leitfähigkeit wird Kupfer zu Drähten und Stromschienen verarbeitet. Aufgrund seiner Korrosionsbeständigkeit wird es als Baumaterial für Dachbleche und -rinnen, aber auch im Maschinen- und Apparatebau, für Beschläge, für Patronenhülsen oder für Münzen verwendet. Durch seine gute Wärmeleitfähigkeit lässt es sich in Heizrohren, Braukesseln, Kochgeschirr oder bei Lötkolben benutzen.
Ein großer Anteil dient zur Herstellung von Kupferlegierungen. Allein an den verschiedenen Einsatzgebieten sehen Sie, dass Kupfer uns alltäglich umgibt, auch wenn wir es vielleicht gar nicht so wahrnehmen. Zusätzlich gibt es im vergleich zu anderen Industriemetallen einen großen Unterschied: Kupfer kann in den meisten Fällen nicht durch ein anderes Metall ersetzt werden. Rein theoretisch könnte man Stromkabel auch aus Silber herstellen, aber durch den sehr viel höheren Preis wäre das nicht wirtschaftlich.
Nimmt man das Handelsvolumen als Maßstab, dann ist Kupfer das wichtigste Industriemetall. 2005 wurden weltweit knapp über 15 Mio. Tonnen verbraucht. Größter Nachfrager ist der Bausektor mit einem Anteil von annähernd 40% gefolgt von der Elektronik mit 26%. In diesem Sektor wird Kupfer vor allem als Leitmetall eingesetzt. Weitere Einsatzgebiete sind Industriemaschinen (16%) und Konsumgüter sowie der Transportbereich mit jeweils 11%.
Chile ist der größte Kupferproduzent
Unter den Kupferproduzenten nimmt Chile die Position eins ein. Danach folgen die USA, Kanada, Sambia und Polen. Wie bei vielen anderen Rohstoffen auch, steht China auf der Verbraucherseite auf Platz eins. Das führte seit Mitte 2005 immer wieder zu heftigen Preisschüben. Nun gab es schon 2004 eine Angebotslücke von 700.000 Tonnen bei Kupfer. Diese wurde weitgehend durch Lagerbestände gedeckt. Das hatte ein enormes Schrumpfen der Lagerbestände zur Folge. Die aktuellen Werte bewegen sich deutlich unterhalb des langjährigen Durchschnitts.
Doch schon 2005 hatte es auf Grund des steigenden Preises erste Initiativen gegeben, neue Minen zu erschließen. Daher ist mittelfristig mit einer Entspannung zu rechnen, so dass es schon in einigen Jahren ein größeres Angebt geben sollte. Nach Schätzungen der Internationalen Kupferstudiengruppe könnte die jährliche Minenkapazität auf 19 Mio. Tonnen anwachsen. Das entspricht einem Wachstum von 3,2 Mio. Tonnen im Vergleich zu 2004. Doch bis dahin wird dem Kupfermarkt das Angebotsdefizit wohl erhalten bleiben.
Kupfer: Einer der Überflieger am Rohstoff-Markt
Bis Mitte 2006 gehörte Kupfer zu den großen Überfliegern am Rohstoff-Markt. Der Preis dieses sehr stark nachgefragten Metalls stieg innerhalb von nur zwei Jahren um mehr als 200%. Der große Antreiber dieses Preisanstiegs war ohne Zweifel China. Die enormen Investitionen in den Ausbau der Infrastruktur sorgten für steigende Preise, weil parallel dazu die Produktion nicht so schnell den veränderten Marktgegebenheiten angepasst werden konnte.
Um überhaupt den riesigen Bedarf aus China zu decken, wurden die Kupferlager rund um die Welt herangezogen. Dabei fielen die Lagerbestände auf historische Tiefststände. Seit dem Hoch bei 8.788 Dollar pro Tonne hat sich die Situation jedoch komplett verändert: Es gab eine Entspannung gleich an zwei Fronten: Zum einen ließ die boomende Nachfrage aus China nach. So ging das Importvolumen von Kupfer 2006 um mehr als 10% zurück. Das war der erste Rückgang seit drei Jahren. Zum anderen gelang durch die Ausweitung schon bestehender Abbaukapazitäten eine Entspannung auf der Angebotsseite.
Das Ergebnis war ganz klar an den deutlich ansteigenden Lagerbeständen ablesbar. Was passiert nun mit dem Preis in einem solchen Umfeld - wenn er den Gesetzmäßigkeiten des Marktes folgt? Er müsste fallen. Und genauso ist es auch gekommen. Seit dem Hoch im Sommer 2006 hat der Kupferpreis annähernd 35% an Wert verloren. Einige Zeit dannach deutete sich an, dass Kupfer einen Boden ausgebildet haben könnte und ein neuerlicher Preisanstieg bevorsteht. Zwar steigen die Lagerbestände weiter an und dies sollte den Preisauftrieb vorerst noch stoppen. Doch gleichzeitig zieht wohl auch wieder die Nachfrage aus China und anderen Länder stärker an.

