
Platin – teuer und selten
Beginnen möchte ich mit Platin, das an den Metallbörsen in London, Chicago, New York und Tokio gehandelt wird. Mit einem Preis von mehr als 1.100 Dollar pro Feinunze ist es das teuerste aller Edelmetalle. Auf diesem Niveau notiert Platin auf dem höchsten Niveau seit 25 Jahren.
Drei Viertel der Jahresproduktion stammt dabei aus den Minen Südafrikas. Der Rest wird hauptsächlich in Russland und Nordamerika gefördert. Ein relativ neues Wachstumsland ist Simbabwe, das in den vergangenen Jahren die USA bei der Produktion schon überholt hat. In Sachen Nachfrage nimmt China, wie bei so vielen anderen Rohstoffen auch, die erste Position ein.
Der hohe Preis ergibt sich auch aus der sehr geringen jährlichen Fördermenge. So werden in Silberminen pro Jahr rund 20.000 Tonnen produziert. Beim Gold liegt der jährliche Ausstoß auch noch bei 2.500 Tonnen. Doch die gesamte Platinproduktion macht nur rund 200 Tonnen aus.
Nachfrage übersteigt Angebot
Bei Platin übersteigt die Nachfrage schon seit Jahren das Angebot. Hierfür sorgen die günstigen chemischen Eigenschaften. So kann Platin größere Mengen an Wasserstoff und anderen Gasen binden, was zu einem verstärkten Einsatz in der Automobilindustrie führt. Dieser Sektor fragt heute die Hälfte der Jahresproduktion an Platin zur Herstellung von Katalysatoren nach.
Da in den nächsten Jahren immer schärfere Abgasnormen in Kraft treten, wird der Bedarf noch steigen. Ein weiterer wichtiger Nachfrager ist die Schmuckindustrie. Rechnen Sie auch beim Platin tendenziell mit steigenden Notierungen. Der Aufwärtstrend könnte jedoch an Stärket einbüßen, denn in den kommenden Jahren ist mit einer starken Ausweitung der Recycling-Quote zu rechnen. Ein Grund hierfür ist das Ende der Fahrzeuggeneration, die mit den ersten Katalysatoren ausgestattet ist.
Wenige Anbieter auf dem Markt
Der Preis wird zudem davon beeinflusst, dass es nur wenige große Anbieter gibt. In Südafrika sind das Anglo Platinum und Impala Platinum. In Russland nimmt Norilsk Nickel die wichtigste Marktposition ein.
Wie schon erwähnt ist die Automobilindustrie das wichtigste Einsatzgebiet von Platin. Nun hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass bei Dieselfahrzeugen Platin viel bessere Ergebnisse liefert als Palladium, das ebenfalls zur Produktion von Katalysatoren eingesetzt werden kann. Sollten in Zukunft also wieder vermehrt Dieselfahrzeuge nachgefragt werden, hätte das einen positiven Effekt auf den Platinpreis.
Positiv auf den Preis könnte sich der weiter steigende Wohlstand in den aufstrebende Ländern Asiens auf den Platinpreis durch die verstärkte Nachfrage im Schmuckbereich auswirken. Auch hier können Sie aus immer mehr Zertifikaten und Hebelprodukten auswählen, die sich am Preis der Feinunze orientieren.
Palladium – noch preiswert und reichlich vorhanden
Palladium nimmt unter den Edelmetallen eine Sonderstellung ein. Während bei Gold, Silber und Platin das Angebot stark begrenzt ist, stieg die Palladiumproduktion zuletzt deutlich an. Die größten Anbieter sind hier Russland, Südafrika und die USA. Russland hat zudem einen Teil seiner Lagerbestände auf den Markt geworfen. Die Folge war ein rasanter Preisverfall. Kostete eine Unze Palladium 2001 mitunter mehr als 1000 Dollar, pendelte sich der Preis zuletzt bei gut 300 Dollar ein.
Doch die Zeiten des billigen Palladiums sind vorbei. Schon 2005 hatte sich eine Angebotslücke herausgebildet, die in den kommenden Jahren größer werden wird. Nach einer Schätzung der Citigroup, wird sich diese Lücke in den kommenden Jahren weiter ausdehnen. Für 2010 erwarten die Analysten einen Nachfrageüberhang von mehr als 600.000 Unzen. Schon jetzt soll die Nachfrage das Angebot um 317.000 Unzen übersteigen. Was das für den Preis bedeutet liegt auf der Hand: Er wird steigen.
Garantiert hohes Angebot bei steigender Nachfrage
Ähnlich wie Silber fällt auch Palladium häufig als Nebenprodukt bei der Produktion von Industriemetallen an. So wird das Angebot hoch bleiben. Für die Palladium-Förderung sorgen z.B. auch die Betreiber von Nickelminen. Allerdings sollten Anleger nicht von einem weiteren Preisverfall ausgehen. Mit dem Angebot steigt nämlich auch die Nachfrage nach dem Metall.
Palladium weist ähnliche Eigenschaften auf wie Platin. Es eignet sich deshalb auch zur Katalysatorherstellung. Steigt der Platinpreis weiter, wird Palladium als Alternative immer interessanter. Hinzu kommt, dass Palladium sogar noch höhere Temperaturen aushält. Bereits heute finden zwei Drittel der Jahresproduktion im Automobilsektor Verwendung. Der Rest landet in der Elektrotechnik und der Zahnmedizin.

