Jim Rogers: Rohstoff-Kenner und Legende

 

Ein weiterer wichtiger Rohstoff-Index wurde von einem Kenner der Materie entwickelt: Jim Rogers. Er ist in Finanzkreisen eine Legende. Er gründete 1970 zusammen mit George Soros den Quantum Fund, der als einer der erfolgreichsten Hedge-Fonds in die Finanzgeschichte eingegangen ist. Schon mit 37 Jahren zog sich Rogers aus dem Tagesgeschäft zurück und begann die Welt zu bereisen. Einer breiten Öffentlichkeit wurde er durch seine Bücher über diese Reisen bekannt. Viel früher als die meisten anderen Experten erkannte Rogers den bevorstehenden Rohstoff-Boom.

 

 

Rogers International Commodity Index: der persönliche Ansatz

 

Das kann man auch daran ablesen, dass er den Rogers International Commodity Index (RICI) schon im Juli 1998 aufgelegt hat. Durch den Index erhalten Anleger die Möglichkeit, an insgesamt 35 für die Weltwirtschaft bedeutenden Rohstoffen aus den verschiedensten Sektoren teilzuhaben. Dabei enthält der Index Agrarprodukte (z.B. Weizen, Mais, Baumwolle), Energieprodukte (z.B. Rohöl, Gas) und Metalle (z.B. Kupfer, Aluminium, Gold und Silber).

 

Bei der Gewichtung der Rohstoffe im Index wendet Rogers ein besonderes Verfahren an: Er orientiert sich dabei an den Kosten für Rohstoffe im alltäglichen Leben der Menschen. Daher ist auch im RICI Energie mit einem Anteil von 44% stark gewichtet, aber nicht annähernd so dominierend wie im GSCI. Im Gegensatz dazu sind die Agrargüter deutlich höher gewichtet als im GSCI. Ihr Anteil beträgt verteilt auf 19 einzelne Rohstoffe insgesamt 32%. Dazu gehören so exotische Waren, wie Azuki Bohnen, aber auch Herkömmliches wie Holz, Gerste oder Raps. Nun ist die Gewichtung der Rohstoffe innerhalb des RICI fixiert. Jeden Monat werden die Rohstoffe gemäß ihrem festgelegten Ausgangsniveau neu gewichtet.

 

 

Das Prinzip hinter Jim Rogers Index

 

Der Vorteil für den Anleger: Rohstoffe, die besonders stark gestiegen sind, werden auf ihr Anfangsniveau gebracht und verlieren dadurch an Gewicht im Index. Rohstoffe, die in der Wertentwicklung zurückgeblieben sind, gewinnen dadurch an Gewicht im RICI. Durch den insgesamt ausgewogenen Aufbau und die fixierte Gewichtung der Rohstoffe hat der RICI in den vergangenen Jahren eine beachtliche Performance hingelegt. Um besser auf Trends in einzelnen Sektoren setzen zu können, hat Jim Rogers 2004 drei Sub-Indizes entwickelt.

 

Damit können Anleger die Sektoren Agrar, Energie und Metalle nun noch differenzierter abdecken. Als Partner für die Indizes fungiert in Deutschland die niederländische Bank ABN Amro. Mit einer Vielzahl von Zertifikaten auf den RICI und die Sub-Indizes erhalten Anleger die Möglichkeit, die verschiedensten Szenarien im Rohstoff-Sektor abzudecken. Eine spekulativere Variante auf den RICI stelle ich Ihnen als eine meiner Empfehlungen später noch vor.

 

 

CYD Commodity Index: die nächste Generation

 

Aber es geht auch noch anders: Mit einer nun neu aufgelegten Indexfamilie von CYD Research hätte man im gleichen Zeitraum eine bessere Performance bei einem geringeren Risiko erzielen können, als bei den beiden zuvor vorgestellten Indizes (GSCI und RICI). Hierbei handelt es sich um die verschiedenen CYD Commodity Indizes. So hätte der CYD Long Only Commodity Index seit Januar 2000 eine jährliche Rendite von 21,83% eingebracht. Dabei lag die Volatiliät des Index, also die Schwankungsbreite bei 14,81%.

 

Zum Vergleich: Der GSCI hat 11,8% Performance bei einer Volatilität von 22,8% erzielt. Was steckt also hinter der neuen Indexfamilie? Die Indizes der CYD-Familie verfolgen nun ein einfaches, aber erfolgreiches Ertragsmodell: Sie konzentrieren sich völlig auf die Rollrenditen, die sich am Rohstoffmarkt ergeben. Bei längerfristigen Betrachtungen des Marktes über rund 20 Jahre hat sich ergeben, dass rund 55% der Performance von Rohstoff-Indizes durch das Rollen entsteht und nur 45% durch die Veränderung der Spotpreise. Besonders krass war die Entwicklung im Agrarsektor: Dort machten die Rollrenditen sogar mehr als zwei Drittel aus. Im Energiesektor lag der Wert immerhin bei fast 40%.

 

 

Jetzt auf den Rohstoff-Markt setzen

 

Für Anleger bedeutet das konsequente Ausnutzen der Rollrenditen eine Outperformance zum breiten Markt. Entscheidend ist dafür aber, dass Anleger auf der richtigen Seite positioniert sind, d.h. sie müssen die für sie günstige Long- oder auch Short-Position im jeweiligen Rohstoff-Future ausgewählt haben.