
Was macht denn Silber als Anlageklasse interessant?
Wie Anleger wissen sind die Rohstoffpreise seit einigen Jahren schon deutlich gestiegen und dieser Boom wird noch einige Jahre anhalten. Warum? China und andere Emerging Markets haben mit hohem Umfang gekauft und eben nicht nur Rohstoffe. So wie diese Länder bauen und auch wachsen, ist die Nachfrage nach Öl und anderen Rohstoffen, vor allem auch nach Metallen, stark angestiegen. Eines der besten Rohstoffinvestment war Silber. Das Metall hat nicht ohne Grund fast alle anderen Rohstoffe outperformt. So wird aktuell mehr Silber verbraucht als produziert und das wird für einen weltweiten Mangel sorgen.
Auf Grund der großen verfügbaren Mengen und der starken Verwendung in der Industrie nimmt Silber jedoch innerhalb der Edelmetalle eine Sonderrolle ein. Eigentlich könnte man es auch als Industriemetall bezeichnen. Immerhin gibt es eine weltweite Minenproduktion von 20.000 Tonnen.
Rückblick 2006: Leichter Nachfragerückgang
Nach Angaben des Silver Institutes aus den USA ist die weltweite Nachfrage 2006 leicht zurückgegangen (-3%). Speziell bei der industriellen Nutzung im Photobereich kam es zu einer Fortsetzung des Nachfragerückgangs. Ein Teil konnte jedoch durch eine höhere Münzproduktion aufgefangen werden. Da auch das Interesse von Anlegern gewachsen ist, deutet sich in diesem Jahr eine weiterhin eine hohe Nachfrage an.
Die lateinamerikanischen Staaten Mexiko und Peru decken gemeinsam mit China und Australien rund die Hälfte der Jahresproduktion ab. 2006 lag die Gesamt-Minenproduktion nur um rund 0,6% höher als im Jahr zuvor. Das bedeutete einen Zuwachs um 4 Millionen Unzen. Für das Jahr 2007 war das Silver Institute aber optimistisch und nahm an, dass die Minenproduktion um 16 Millionen Unzen steigen könne, wobei die anziehende Produktion nach dem damligem Stand bis ins Jahr 2008 gereicht hätte.
Silber - Herkunft
Häufig fällt Silber als Nebenprodukt bei der Produktion von Industriemetallen wie Kupfer oder Blei ab. Neben der eigentlichen Förderung wird auch das Recycling bei Silber immer wichtiger. Schätzungen zufolge wurde 2006 bereits ein Viertel der Produktion durch die Wiederverwertung von Silberschrott gewonnen.
Silber spielt im Gegensatz zu Gold in der Schmuckindustrie eine weit weniger wichtige Rolle. So wird nur knapp ein Drittel der Jahresproduktion zu Schmuck verarbeitet.
Wichtiger ist der Einsatz in der Industrie mit einem Anteil von 39%. Vor allem im Elektronikbereich wird Silber, auf Grund der sehr guten Leitfähigkeit für Strom, stark nachgefragt. Hinzu kommen vier Prozent für die Münzprägung. Nicht zuletzt die Photoindustrie sorgt für rund ein Viertel der Jahresnachfrage. Allerdings verliert dieser Bereich seit einigen Jahren an Bedeutung. Dafür sorgt der Boom der Digitalfotografie. Aber es kommen neue Anwendungen für Silber hinzu: Ein Beispiel dafür sind antibakterielle Wundverbände. Trotz der Einbußen in einigen Bereichen steigt die Nachfrage insgesamt also weiter an. So stieg allein der Bedarf im Elektroniksektor 2005 um fast 14%.
Gestützt wird der Silberpreis derzeit von den niedrigen Lagerbeständen. In den vergangenen Jahren sorgten Silberverkäufe von verschiedenen Regierungen häufig für eine Entspannung der Nachfragesituation am Markt. Doch diese Verkäufe sind 2005 um fast 30% zurückgegangen und diese Entwicklung hatte sich 2006 forgesetzt. Dabei trat die chinesische Regierung als Hauptverkäufer auf. Der nun zu beobachtende starke Rückgang ist als Anzeichen dafür zu deuten, dass die Lagerbestände Chinas sich dem Ende neigen.
Wie sieht die Perspektive beim Silber aus?
Nach Ansicht des Silver Institutes bleibt die Investment-Nachfrage der Hauptpreistreiber beim Silber. Durch die Einführung des Silber ETFs im Jahr 2005 gibt es nun ein Vehikel wie auch eine große Anzahl von Privatanlegern problemlos in Silber investieren können. Bei diesem Exchange Traded Fund besteht die Auflage, dass die investierten Kundengelder durch physisches Silber gedeckt sind. Das hat schon 2006 zu einer starken Nachfrage geführt.
Ein Risiko bildet sicherlich der schwache Markt für Industriemetalle. Hier kommt es zu heftigen Preisabschlägen. So hat Kupfer seit dem Rekord-Hoch im Mai 2006 schon mehr als 30% an Wert verloren. Bei Zink sieht es ähnlich aus. Einzig Nickel kann sich gegen das schwache Sentiment noch behaupten – die Frage ist, wie lange noch. Doch da Silber eben auch stark industriell eingesetzt wird, könnte der Preisverfall sich auch hier auswirken. Auf der anderen Seite hängt der Silberpreis sehr stark am Goldpreis.

